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Interviews im Radio

Warum Kinder besser auf Bäume klettern

Radio Paradiso

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Frankfurter Allgemeine Zeitung

"Zeitgemäße Argumente - aus der Hirnforschung, der Entwicklungs- und der Motivationspsychologie"


Interview mit Buchreport

Plädoyer für eine Kindheit ohne Computer

„Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter“, lautet Ihr Credo. Warum?


Klingt paradox, ist aber ein bewusster Kontrapunkt zum Hype um digitale Medien in der Bildung, ohne Rücksicht auf die Entwicklungspsychologie. Die Wissenschaft sagt ganz klar: Kinder brauchen eine starke Verwurzelung in der Realität, bevor sie sich in virtuelle Abenteuer stürzen. Ihr Gehirn entwickelt sich besser, wenn kein Tablet reale Welterfahrung verhindert. Das gilt besonders für Kindergartenkinder und Kleinkinder nach der Geburt. Sie sollten toben, tanzen, klettern und nicht auf Bildschirme starren. Durch ihre sensomotor-ischen Erfahrungen bauen sie absolut notwendige Denkstrukturen auf, alles für eine gesunde Gehirnentwicklung. Diese Denkstrukturen brauchen Kinder später, um als kritische und selbstbewusste Bürger im Internet zu sein. Das klappt aber nur, wenn Bildschirme nicht zu früh die Lebenszeit fressen, in der Kinder die Welt begreifen lernen. Das Wort „begreifen“ hängt nicht zufällig mit dem Verb „greifen“ zusammen.


Aber geht nicht beides, reale Welterfahrung und Computer?


Nein, bei den heutigen Nutzungszeiten digitaler Medien ist es eine Illusion, so etwas zu glauben. Das Gegenteil ist der Fall: Laut der KIM-Studie 2014 (Kinder + Medien, Computer + Internet) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest kommen 8- bis 9-Jährige bereits auf eine tägliche Bildschirmzeit von rund 2,5 Stunden, bei 10- bis 11-Jährigen sind es schon rund 3,5 Stunden. Dabei ist das Fernsehen der Spitzenreiter. So geht wertvolle Zeit verloren, die Kinder eigentlich für die Entwicklung ihrer Denkfähigkeit brauchen, und zwar durch senso-motorische Erfahrungen. (...)

 

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Buchreport
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Debatte im Bundestag

Der getroffene Hund ...

Es wäre „fahrlässig, nicht zu handeln und panikmachenden Leuten hinterherzulaufen, die von der ‚Lüge der digitalen Bildung‘ sprechen.“

CDU-MdB Sven Volmering in der Debatte um digitale Bildung, 03.07.2015


Erfolgreiche Zusammenarbeit mit Gehirnforscherin

Ein Bauherr beginnt auch nicht mit dem Dach

Als wir die Recherchen für unser Buch "Die Lüge der digitalen Bildung" machten, konnten wir einige kreative Geister kennen lernen, die seit Jahren einen kritischen Blick auf dieses Thema werfen. Einer davon lebt bei Kiel, es ist die emeritierte Gehirnforscherin Prof. Dr. Gertraud Teuchert-Noodt. Sie schrieb sogar einen ausführlichen Gastbeitrag für unser Buch: "Zu Risiken und Chancen fragen Sie das Gehirn" (S. 215-235). Vielen Dank!

 

Da die Zusammenarbeit so fruchtbar war, entstanden weitere Veröffentlichungen, zum Beispiel dieser Text für die Fachzeitschrift "umwelt medizin gesellschaft". Überschrift: "Ein Bauherr beginnt auch nicht mit dem Dach. Die digitale Revolution verbaut unseren Kindern die Zukunft".  Hier folgt der Artikel im Original:

 

 Allzu verständlich sind die Ängste der Eltern, die ihre Kinder chancenlos in der digitalen Welt glauben, wenn die nicht schon im Kindergartenalter Apps programmieren. Doch ganz selten nur beginnt der Bauherr seinen Hausbau mit dem Dach. Warum nur glauben so viele kluge Pädagogen, die kindliche Entwicklung könne beschleunigt werden, indem man deren Fundament einfach weglässt?

 

Mit den Grundsätzen der Evolution erklären Neurobiologen anschaulich, warum Eltern und Lehrer sich vehement gegen frühkindliche Nutzung von Bildschirm-Medien wehren sollten – damit es nicht zu Sucht, Lernstörungen, Aggressivität oder autistischen Störungen bei den Kleinen kommt. Gertraut Teuchert-Noodt, emeritierte Professorin der Neurobiologie, blickt mit Unverständnis auf die Debatte in Nachbardisziplinen um die richtigen Mittel zur richtigen Zeit. (...)

 

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Oder die Kurzfassung für die "Frankfurter Rundschau".

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Frankfurter Rundschau
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Gespräch mit Gertraud Teuchert-Noodt

Cyberangriff auf unser Gehirn?

Digitale Medien sind aus Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Sie sehen aber Gefahren für unser Gehirn. Warum?

 

Gertraud Teuchert-Noodt: Die größte Gefahr digitaler Medien ist es, dass unser Gehirn aus dem eigenen Rhythmus gebracht wird, und zwar auf der Ebene unbewusster Vorgänge, wie sie im limbischen System ablaufen. Denn unser Denkapparat kann durch Reizüber-flutung und ständige Erreichbarkeit massiv überfordert sein, wenn es um die Wahrnehmung und Verarbeitung der vielfältigen Signale geht, die aus der realen und virtuellen Welt auf uns einprasseln.

 

Dabei wird die für das Denken wichtige Verrechnung von Raum und Zeit zu sehr strapaziert, wenn ich zum Beispiel unter starkem Zeitdruck arbeite und Multitasking betreibe. Die Raum-Zeit-Verrechnung stellt eine der höchsten Funktionen in unserem Gehirn dar, weil sie die Voraussetzung für alle kognitiven Leistungen ist. Sie lassen sich nur realisieren, wenn wir uns gut in Raum und Zeit orientieren.

 

Wie verlieren wir diese Orientierung?

 

Gertraud Teuchert-Noodt: Sie kann durch digitale Medien durcheinandergeraten, wie wir es bei deren Wirkung auf den Hippocampus sehen können. Er ist ein wesentlicher Teil des limbischen Systems und lässt sich eine Weile stark beanspruchen. Dabei ist der Hippocampus mit einem sich selbstverstärkenden Schaltkreis verbunden, dem so genannten Belohnungssystem, gesteuert durch Opioide. Das sind hirneigene suchtauslösende Substanzen, die automatisch durch digitale Medien aktiviert werden. Durch diesen Prozess kann Suchtverhalten entstehen, weil das zugehörige Belohnungssystem überdreht. (...) 

Ganzes Gespräch:  Berliner Zeitung

 


Gastbeiträge

Großes Interesse in vielen Medien

Kinder brauchen digital‑freie Oasen

Sechs Worte lösen den Machtkampf bei VW aus: „Ich bin auf Distanz zu Winterkorn“, sagt im Frühjahr Ferdinand Piëch dem Spiegel. Sein Wort ist eigentlich Gesetz... Doch diese Schlacht verliert er mit Pauken und Trompeten, am Ende muss der Aufsichtsratsvorsitzende von VW seine Posten räumen. – Quelle: http://www.mopo.de/22804114 ©2016

Im Bundestag beschimpft zu werden … gibt´s Schöneres für Buchautoren? Der CDU-MdB Sven Vollmering warnte Anfang Juli, „panikmachenden Leuten hinterherzulaufen, die von der Lüge der digitalen Bildung sprechen“.

 

Damit konnte er nur unser Buch „Die Lüge der digitalen Bildung“ meinen, mit dem wir bewusst einen Kontrapunkt zum üblichen Digital-Diskurs setzen. Und das mit gutem Grund, wenn wir uns die Reaktionen auf die aktuelle „ICILS 2013“-Studie ansehen. Thema: Computer- und Internetkenntnisse bei 13- bis 14-jährigen Schülern (8. Klasse). (...)

 

Weiterlesen: Capital

 

 

 

Warum Deutschland Mittelmaß sein kann

Fast einstimmig wird verkündet: Deutschland liegt bei der Digitali-sierung der Schulen weit zurück, wir verpassen den Anschluss an globale Entwicklungen. Unterschwellig klingt mit, unser Wohlstand sei in Gefahr. So das fast einhellige Echo auf die »ICILS 2013«-Studie, die im November 2014 erschienen ist.

 

Sie attestierte deutschen Achtklässlern nur Mittelmaß, wenn es um die Nutzung von Computern geht. Daher ist die Digitalisierung der Schulen mit Volldampf voranzutreiben, so die einhellige Forderung aus Politik und Wirtschaft. (...)

 

Weiterlesen: GEW Bremen

Rückfall ins Mittelalter - dank Big Data

Ein Studienabbruch kann eine persönliche Katastrophe sein. Jahrelang gelernt – und am Ende gescheitert. Wer will nicht verhindern, dass Studenten diese schmerzhafte Erfahrung machen?

 

Ein Weg in den USA sind „E-Tutoren“: Diese Programme bauen auf den Datenschätzen von Big Data auf und sollen Studierende bei der Entscheidung unterstützen, welche Kurse sie erfolgreich belegen können. Zum Beispiel an der „Austin Peay State University“ in Tennessee, wo die Software „Degree Compass“ zum Einsatz kommt. Sie kann eine Prognose stellen, in welchem Kurs ein Studierender mindestens mit der Note „gut“ abschneidet – und das mit einer Sicherheit von 90 Prozent. (...)

 

Weiterlesen:              Wissenschafts-Thurm