Textagentur EcoWords

Medienpartnerschaft

Der Verein "Ökumenische Flüchtlingshilfe Lorsch" hat rund 60 Mitglieder und viele ehrenamtliche Helfer. Sie alle haben sich die Aufgabe gestellt, Flüchtlingen einen neuen Anfang möglich zu machen. Dazu gibt es vielfältige Aktivitäten: Deutsch-Unterricht, Vermittlung von Jobs und Praktika, Freizeitgestaltung und persönliche Kontakte. Die Textagentur EcoWords schreib ehrenamtlich  im Rahmen einer Medienpartnerschaft über Aktionen der Flüchtlingshilfe, um so zu Chancen und Problemen dieser Arbeit ein realistisches Bild  zu zeichnen. Auf dieser Seite dokumentieren wir alle Artikel, die bisher im "Bergsträßer Anzeiger" erschienen sind.

 

Weitere Informationen: "Ökumenische Flüchtlingshilfe Lorsch"


Deutsch lernen - ohne Lehrer

Offener Gesprächstreffs für Geflüchtete und Lorscher

Wasihun Bekele erlebt es jeden Tag: Wenn er auf Landsleute aus Äthiopien trifft, sprechen viele sofort Amharisch. Oder zwei Eritreer begegnen sich in der Bahnhofsstraße – und schon beginnt ein munteres Gespräch auf Tigrinia, der gemeinsamen Landessprache. Dieselbe Beobachtung gilt für Afghanen oder Syrer, nachvollziehbar in einem fremden Land. Aber die Integration leidet darunter. „Es wäre so wichtig, viel mehr Anlässe zu haben, um richtig Deutsch zu sprechen“, sagt Bekele, der in der

Schön-Klinik arbeitet: „Mit den Patienten und Kollegen muss ich Deutsch sprechen, da gibt es keine Alternative.“ Der Flüchtling aus Äthiopien ist ehrenamtlich auch als „Integrationslotse“ tätig. Dieses Engagement hat ihn mit der Deutschen Gisela Bentz-Gargadennec zusammenführt. Ihr fiel ebenfalls die fehlende Sprachpraxis der Geflüchteten auf: „Wir sollten verhindern, dass Parallelwelten entstehen, wenn der Kontakt zur einheimischen Bevölkerung zu gering ist.“

 

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Vor Kunst-Performance gemeinsam an der Stichsäge

Wie Flüchtlinge und Deutsche zusammen eine Ausstellung vorbereiten

Volle Konzentration: Zafar-Khan steht an einer Werkbank, beugt sich über die Stichsäge, und helles Kreischen ist zu hören. Mit großer Ruhe sägt der Flüchtling die Form einer Hand aus dem Holz, das sein Kollege Kelil auf der Werkbank festhält, immer im gebührenden Abstand. Eine Teamarbeit, die Umsicht und Vertrauen erfordert. Der 21-jährige Zafar-Khan ist Afghane; Aman ist 22 Jahre alt und kommt aus Äthiopien. Die „Werkstatt“ wurde für drei Tage im Begegnungstreff „Nibelungenstuben“ aufgebaut.

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„Zafar-Khan musste ich nicht viel erklären“, erzählt Harald Patzwaldt, „er wusste oft schon, wie es geht.“ Der Weinheimer Künstler war nach Lorsch gekommen, um das Kunstprojekt zu leiten, an dem die „Ökumenische Flüchtlingshilfe Lorsch“ (ÖFL) beteiligt war. Es ging um die Vorarbeiten für eine Performance, die am 12.12.2018 um 18.00 Uhr im Landratsamt/Heppenheim stattfindet. Dort wird die Ausstellung „Neuanfang und Begegnungen“ eröffnet, in der es um Malerei, Bildhauerei und Fotografie geht. Die Künstler sind  Flüchtlinge, die Einzel- und Gruppenarbeiten zeigen. Der Kreis Bergstraße und der Caritasverband Darmstadt haben die Veranstaltung auf die Beine gestellt. (...) 

 

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Sprache als Schlüssel

Die Chance, Deutsch zu lernen

„Wie geht’s?“, fragt der Kollege aus der Schön-Klinik – und schlägt Wasihun kumpelhaft auf die Schulter. Der Äthiopier sitzt im Eiscafé am Lorscher Rathaus, wo der deutsche Krankenpfleger gerade vorbeigeht. Sie wechseln ein paar freundliche Worte, dann heißt es zum Abschied: „Bis bald.“

 

Die beiden kennen sich von der Station 1, wo Washiun als Servicekraft arbeitet. „Essen oder Wasser teile ich aus“, berichtet der Flüchtling: „Pflegerische Hilfsdienste gehören auch dazu, etwa Hilfen beim Anziehen und Waschen sowie das Machen der Betten.“

 

Seit über einem Jahr arbeitet er in der Schön-Klinik. Am Anfang zwei Monate als Praktikant, erst in der Verwaltung, dann in der Pflege. Daraus wurde schließlich ein Minijob zum Mindestlohn, 40 Stunden im Monat. „Mit den Patienten und Kollegen muss ich Deutsch sprechen“, erzählt er, „da gibt es keine Alternative.“ (...)

 

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Eine Welt im Chaos

Was das Projekt "Begegnung" leistet

Das Alter entscheidet über Bildungschancen. Das erfuhr Gisela Bentz-Gargadennec, als sie sich mit der deutschen Schulpflicht beschäftigte. Wen die Behörden für 18 Jahre alt erklären, dem verschließt sich das Bildungssystem.

 

So ist es jedenfalls dem somalischen Flüchtling Hassan A. ergangen, der nach eigenen Worten erst 16 Jahre alt ist. Keine Schulpflicht mehr, kein Schulbesuch. "Dafür kämpfe ich aber seit Monaten", erzählt die Heilpraktikerin aus Lorsch.

 

"Immerhin steht Hassan jetzt auf einer Warteliste." Sie fragt sich, wie sonst ein Hochtechnologie-Land junge Menschen in die Arbeitswelt integrieren will. Denn in Somalia ging Hassan nur fünf Jahre zur Schule. Dafür spielt er in Lorsch Fußball, in seinem Spielerpass steht aber das "falsche" Alter - und der junge Somalier muss gegen weit kräftigere Gegner antreten. (...)

 

 

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Drei Frauen wollen helfen

Wie ein Freizeitprogramm zur Integration beiträgt

Alles begann in einem Eiscafé vor dem Lorscher Rathaus. Jana Höfer sah von ihrem Tisch, wie ein paar Flüchtlinge aus Eritrea vorbeigingen - und die 21-jährige Studentin dachte sich: Eigentlich wäre es schön, mit diesen Menschen ins Gespräch zu kommen. Aber einfach ansprechen? Das ging nicht so leicht. So ähnlich ging es Kerstin Koob (26) und Angela Hoffmann (27), die seit zehn Jahren befreundet sind. Im Frühjahr 2015 begann das Flüchtlingsthema, die Medien zu beherrschen.

 

Die Freundinnen wollten helfen, hatten aber die Sorge, an Sprachbarrieren zu scheitern. Doch alle drei Frauen überwanden ihre Bedenken und lernten sich auf einem Treffen der Ökumenischen Flüchtlingshilfe Lorsch kennen. Es waren nur wenige Tage bis zu den Sommerferien, in denen es für die Flüchtlinge keinen Deutsch-Unterricht geben würde.

 

So wurde die Idee geboren, ein Freizeitprogramm auf die Beine zu stellen: "Wir haben einen Fahrradausflug gemacht, Minigolf gespielt und sind an den Rhein gefahren. Kegeln und Kino in Lorsch standen auch auf dem Programm", erinnert sich Höfer an ihre ersten Aktivitäten mit den Flüchtlingen. Und die befürchteten Sprachprobleme? Gab es nicht, denn "mit Händen und Füßen" sei die Verständigung kein Hindernis gewesen. (...)

 

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Afghanen pauken Vokabeln

Kurse zur Alphabetisierung und interkultureller Unterricht

"Aaah", spricht Hildegard Walter langsam vor - ein "Aaah" kommt als Echo zurück. Als nächster Vokal folgt das "Eeeh" - und Sherzad und Abdul kämpfen mit dem neuen Laut, der für Afghanen schwer von einem "i" zu unterscheiden ist. Beide schreiben ein wenig

Paschto, neben Dari die offizielle Sprache in ihrem Heimatland. Aber lateinische Buchstaben? Fehlanzeige.

 

Daher steht für sie Alphabetisierung auf dem Programm, eine mühsame Kleinarbeit, die Walter und zwei Kollegen leisten. Alles ehrenamtlich für die Ökumenische Flüchtlingshilfe in Lorsch. Sherzad und Abdul sind mit ihrer Lehrerin inzwischen beim "u" angekommen, da schreibt Wolfgang Ensinger das Wort "Gewaltfreiheit" an ein Whiteboard.

 

Beides geschieht zeitgleich im Martin-Luther-Haus, das die Ökumenische Flüchtlingshilfe für ihren Unterricht nutzt. Im hinteren Raum findet die Alphabetisierung statt, ab und zu sind die Vokalübungen zu hören. Im vorderen Raum gibt es den sogenannten interkulturellen Unterricht: Ensinger beschäftigt sich heute mit dem Grundgesetz, das er den Teilnehmern auf Englisch erläutert. Seine Aussagen übersetzt ein Flüchtling, und zwar in Tigrynia, das die anderen vier aus Eritrea sprechen. Ein schwieriger Weg über die Brücke, die Kulturen miteinander verbinden soll. (...)

 

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Selbst seine Brötchen verdienen

Äthiopier arbeitet in Lorscher Bäckerei - nach unbezahltem Praktikum

"Da können Sie die Uhr nach stellen", freut sich Edmund Graf. "Attalay kommt immer zehn Minuten früher als nötig." Um 5 Uhr erwartet ihn der Bäckermeister in der Backstube, wo der Äthiopier einen Arbeitsplatz gefunden hat - in Vollzeit und ohne Befristung.

 

Er arbeitet als Backstubenhelfer. Und sein Chef ist sehr zufrieden mit

seinem Engagement. "Besonders gefällt mir, wie gut er im Team arbeitet", sagt Graf. Seit vergangenem Sommer lernt der Äthiopier grundlegende Kniffe des Backhandwerks, zum Beispiel, wie er Teigbälle formt. "Die sind so groß wie Fußbälle und wichtig, um Brot, Brötchen oder Kuchenstückchen herzustellen", erklärt der Bäckermeister, der gleichzeitig auch Konditor ist. Wie das geht, habe Attalay schon in wenigen Tagen begriffen, andere bräuchten dafür mehrere Wochen. Und was ist die liebste Aufgabe des Äthiopiers? "Ich knete gerne Teig und finde es toll, Brezeln zu machen", erzählt der Flüchtling, der stets ein gewinnendes Lächeln auf den Lippen hat.

 

Wie fand er überhaupt seinen Weg in die Backstube? Mit Unterstützung von Ulrich Schiefer, früher Diplom-Kaufmann bei der BASF. Für die Ökumenische Flüchtlingshilfe Lorsch versucht er, Asylbewerber in Arbeit zu bringen. Dabei bietet er Unternehmen seine Hilfe an, wenn sie diese Menschen beschäftigen wollen. "Unser Verein steht Firmen zur Seite", so Schiefer, "wenn bürokratische Hindernisse zu überwinden sind." (...) 

 

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Flüchtlinge flicken Fahrradräder

Werkstatt in Lorsch: Hilfe zur Selbsthilfe in ehemaliger Feuerwache

Die Teamarbeit beginnt schon bei der Eröffnung: Der Eritreer Shewit untersucht einen Fahrradschlauch, während Wolfgang Ensinger die Felge des Vorderrads hält und den Reifen zur Seite schiebt. Lorschs Bürgermeister Christian Schönung schaut erfreut zu. Er war in die Alte Feuerwache gekommen, um gemeinsam mit Vertretern der Ökumeni-schen Flüchtlingshilfe die neue Fahrradwerkstatt zu eröffnen. 

 

Vor Ort waren auch Flüchlingskoordinatorin Jeanette Schröder sowie einige Flüchtlinge, die im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus in der Schulstraße wohnen. Shewit freut sich bereits, im Team Fahrräder auf Vordermann zu bringen. "In Eritrea habe ich Autos und Fahrräder repariert", erzählt der ,Flüchtling, "da kann ich anderen leicht zeigen, wie es geht." Es sei eine "gute Arbeit". Das findet auch Schönung.

 

"Das Projekt ist eine Chance für junge Menschen, in Verantwortung zu kommen." Daher habe die Stadt im Feuerwehrhaus Platz geschaffen. Im Moment nutzt sie die Fahrzeughalle vor allem dazu, Material zu lagern. Da war es leicht, einen Bereich für die Werkstatt abzutrennen - mit ein paar Metallzäunen. Günstig erschien ebenfalls der Zugang zu sanitären Anlagen, außerdem ist die Feuerwache eine Unterkunft für Flüchtlinge. (...)

 

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