Digitalfreie Oasen für Kinder!

Am 19. Oktober 2017 veranstaltete die "Bundeszentrale für politische Bildung" ein "SpeedLab" in Berlin: "Lehrende der Zukunft". Dabei hatte ich die Aufgabe, vor einem sehr digitalfreundlichen Publikum kritische Gedanken zu formulieren. Keine einfache Aufgabe, aber sehr reizvoll ...

Wie Kritiker zu Aliens werden

Am 28. November 2017 fand in Brüssel eine internationale Konferenz statt (ELIANT): "Towards a healthy digital Ecosystem: Values, Competences & Responsibilites".  Hier mein Statement auf Englisch im Workshop "Digitalisation - added value and risks to the ecosystem". Thema: Naiver digtitaler Dualismus.



1. Angebot: Vortrag zu "Die Lüge der digitalen Bildung"

Digitale Bildung - Chance oder Falle?

 

Es wäre „fahrlässig, nicht zu handeln und panik-machenden Leuten hinterherzulaufen, die von der ‚Lüge der digitalen Bildung‘ sprechen.“

 

 CDU-MdB Sven Volmering im Bundestag, 03.07.2015

 

Fans digitaler Bildung schimpfen auch im Bundestag auf unser Buch "Die Lüge der digitalen Bildung". Kein Wunder, denn wir werfen digitale Glaubenssätze über den Haufen: „Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter“, lautet unsere zentrale These. 

 

Paradox? Auf keinen Fall, was ich Ihnen in meinem Vortrag zum Buch zeige. Dabei stehen unsere zehn Thesen im Mittelpunkt – und der intensive Dialog mit dem Publikum. Lampertheimer Zeitung: „Ingo Leipner befand sich am Mittwoch im ständigen Austausch mit den überwiegend jungen Zuhörern, diskutierte mit ihnen über ein heikles Thema.“ (16.10.2015) 

 

Die FAZ entdeckte in unserem Buch “zeitgemäße Argumente - aus der Hirnforschung, Entwicklungs- und der Motivationspsychologie“. Vor diesem Hintergrund fordern Gerald Lembke und ich digitalfreie Oasen in Kindergärten und Grundschulen – und für ältere Schüler eine zeitgemäße Medienbildung, damit sie Internet und Co. souverän beherrschen lernen.

 

Interesse? Rufen Sie mich an: 0162/819 20 23


2. Angebot: Vortrag zu Fake News

"Only Fake News are good News"

“Nichts ist erregender als die Wahrheit“ (Egon Erwin Kisch). Und was ist heute besonders in Gefahr? Die Wahrheit!

 

„Alternative Fakten“ sind normal im Nachrichtengeschäft - dank Trump und Co., die uns täglich damit versorgen. Sind wir dieser Lawine der Desinformation hilflos ausgeliefert? Gibt es Wege, die Seriosität von Nach-richten besser einzuschätzen?Wie lässt sich an einem Text erkennen, dass er nicht journalistischen Standards entspricht?

 

Diese Fragen will der Wirtschaftsjournalist Ingo Leipner mit Ihnen bei seinem Vortrag diskutieren. An Beispielen aus der Praxis - und mit Texten, die gemeinsam zu analysieren sind. So stärken Sie Ihr Immunsystem gegen „alternative Fakten“ aller Art, wobei es natürlich kein Patentrezept gibt, um endgültig immun zu werden. Der Abend wird aber ein Anfang sein, um Ihre Abwehrkräfte zu stärken! 


3. Angebot: Vortrag zur Werbung für Kinder

Die dunkle Seite des Marketings

Dieser Vortrag greift ein wichtiges Thema aus dem Buch "Die Lüge der digitalen Bildung" auf: Kindermarketing auf allen Kanälen, egal ob im Fernsehen oder auf dem Smartphone. Alles ist Werbung! Der Unterschied zwischen Inhalten und Werbebotschaften hat sich erledigt, da Kinderserien Teil eines modernen Content-Marketings geworden sind.

 

Hinzu kommt: Digitale Medien unterlaufen durch ihre Klick-Mechanismen geschickt die kindliche Impuls-kontrolle, die sich gerade erst entwickelt. Wie das alles funktioniert, zeigt dieser Vortrag!

 

Interesse? Rufen Sie an: 0162 / 819 20 23


4. Angebot: Lesung und Gespräch

"Heute mal bildschirmfrei"

Ein neues Format: Lesung „Heute mal bildschirmfrei". Geschichten aus dem medialen Alltag werden mit dem Publikum diskutiert.

 

Klar: Wir wollen unsere Kinder vor Bildschirm-Risiken schützen. Genauso klar: Wir wollen, dass sie langfristig die Chancen der digitalen Welten ergreifen.

 

Die Ziele sind unstrittig. Aber auf dem Weg türmen sich viele Hindernisse, z. B. wenn …

  • … Kinder nörgeln: „Alle anderen dürfen das aber!"
  • … Bekannte kritisieren: „Dein Kind ist ohne Smartphone sozial isoliert!“

Das Buch „Heute mal bildschirmfrei“ haben Ingo Leipner und Paula Bleckmann geschrieben, um an über 100 alltäglichen Beispielen zu zeigen: So lassen sich diese Hürden überspringen oder elegant umgehen. Geschichten aus der Praxis für die Praxis. In der Lesung wird Ingo Leipner mit dem Publikum diese Hürden diskutieren, Erfahrungen der Zuhörer sind gefragt.

 

Karikatur: Renate Alf 


5. Angebot: Workshops für Schüler in zwei Altersgruppen

Absurde Körperideale oder Fake News diskutieren

 

 Workshop A: Wie gut schmecken Apps? Warum uns YouTube-Stars den Appetit verderben (6.-8. Klasse).

 

"Wie sieht Euer Zimmer aus?" - mit dieser Frage geht der Workshop los. Er führt in die kommerzialisierte Welt der "Influencer", die Jugendlichen Traum-Wohnungen und Konsumartikel aller Art verkaufen wollen. Das entdecken die Schüler selbst, indem sie konkrete Beispielen auf YouTube anschauen. Da ist der Weg nicht weit zum Thema "absurde Körperideale"; der Song "Not Heidis Girl" schlägt ein Brücke in den Alltag der Schüler. Eine Gesichts-OP mit Photoshop läuft in Zeitlupe ab und beeindruckt besonders stark ... 

 

So will der Workshop die Jugendlichen stärken, mehr Resistenz gegen Werbebotschaften zu entwickeln, die nicht leicht zu durchschauen sind.

 

Workshop B: Fake News & Co. Wie Inhalte aus dem Zusammenhang gerissen werden (8.-13. Klasse).

 

Wie wird ein antirassistisches Video in sein Gegenteil verkehrt? Das ist dem Rapper Eko Fresh passiert ("Aber"). Ein Schnitt an der richtigen Stelle - und schon wurde die politische Botschaft der AfD verbreitet ... So entstehen Fake News, die Thema in diesem Workshop sind. Es geht um die Analyse konkreter Texte und Bilder, um die Schüler auf typische Techniken der Fälschung aufmerksam zu machen.

 

Wie ist trotzdem eine Annäherung an die Wahrheit möglich? Gibt es professionelle Kriterien, um Informationen kritisch zu prüfen? Das alles wird diskutiert und geübt - immer mit aktuellen Beispielen, die aus der gegenwärtigen Medienwelt kommen.

 

Interesse? Rufen Sie mich an: 0162/819 20 23


Mathematik-Lehrer über Workshops

"Wichtige Anregung für eigene Arbeit"

 

"Ingo Leipner, Co-Autor des Buches 'Die Lüge der digitalen Bildung', war Mitte Oktober an der Waldorfschule Chemnitz zu Gast. Der gelernte Volkswirt erzeugte vor allem eines bei den Schülern: Selbstreflexion!

 

Wenn Jugendliche beginnen, darüber nachzudenken, wie (und wie lange) sie bestimmte Medien nutzen, wie sie kommunizieren und was sie von sich und anderen in aller Öffentlichkeit preisgeben, dann setzt bereits ein tiefgehender Lerneffekt in puncto Medienkompetenz ein.

 

Diese Workshops zeigten ganz klar: Selbstreflexion und Bewusstheit des eigenen Handelns – in Verbindung mit einer angeregten Diskussion der Schüler untereinander – sind wesentlich effizienter als der sprichwörtliche erhobene Zeigefinger. In dieser Hinsicht kann man dem Referenten nur sehr dankbar für seinen Besuch sein und dies als wichtige Anregung für die eigene zukünftige Arbeit der Schule aufnehmen."

 

Holger Hähne, Mathematik-Lehrer, Waldorfschule Chemnitz


Thesen für Vortrag

Digitale Bildung - Chance oder Falle?

Ein differenzierter Blick ist notwendig: Was in der einen Altersgruppe schadet, kann in der anderen nützlich sein. Wer Kleinkinder nicht vor Bildschirme setzt, stärkt ihre Verwurzelung in der Realität. Dann sind sie später besser in der Lage, sich auch in virtuellen Räumen zu bewegen. Und eine weitere Differenzierung fehlt oft in der Debatte um digitale Medien: Es macht einen großen Unterschied, ob Kinder mit eLearning konfrontiert werden oder sich aktiv mit digitalen Medien beschäftigen.

 

Ab ca. 12-14 Jahren geht es um gute Texte, Fotos und Videos, die sich alle über digitale Kanäle publizieren lassen. Grundkenntnisse im Programmieren gehören ebenfalls dazu. Hier zehn Thesen, die unsere differenzierte Position widerspiegeln.

 

These 1:

 Eine Kindheit ohne Computer ist der beste Start ins digitale Zeitalter.

 

These 2:

 Je jünger die Kinder sind, desto sinnvoller ist es, sie überhaupt nicht dem Einfluss elektronischer Medien auszusetzen.

 

These 3:

Ob Werbung oder nicht – bereits die verführerischen Klick-Optionen im Internet überfordern unsere Kinder, weil sie noch nicht über eine ausreichende Impulskontrolle verfügen.

 

These 4:

Kinder erleben in unserer Welt genug Digitalität. Da ist es kontraproduktiv, den Umgang mit Computern in Kindergarten und Schule zu forcieren.

 

These 5:

Wer bei einem Lernprozess die Wahl zwischen realen und virtuellen Hilfsmitteln hat, sollte sich für die Realität entscheiden – und auf „eLearning“ so oft wie möglich verzichten.

 

These 6:

Kinder müssen eine bestimmte kognitive Entwicklung durchlaufen haben, bevor sie sinnvoll mit Computern arbeiten. Das dürfte ab einem Alter von etwa 12-14 Jahren der Fall sein. Vorher kann die Konfrontation mit digitalen Medien mehr schaden als nutzen.

 

These 7:

Wir brauchen mindestens in Kindergarten und Grundschule digitalfreie Zonen, damit Kinder vor allem Lernerfahrungen machen, die zu ihrer kognitiven Entwicklung passen.

 

These 8:

Egal ob Tablet oder Kreidetafel – die Qualität des Unterrichts steht und fällt immer mit der Persönlichkeit des Lehrers.

 

These 9:

Die Digitalisierung der Bildung erfolgt in erster Linie technologie- und ökonomiegetrieben – pädagogische Konzepte entstehen erst als Abfallprodukt.

 

These 10:

Junge Erwachsene sollten über umfangreiche Medienkompetenz verfügen, um anspruchsvolle Aufgaben in Ausbildung und Studium zu lösen. Diese Fähigkeiten erwerben sie, wenn sie kognitiv zu Abstraktion und Selbstreflektion in der Lage sind (ab 12-14 Jahren).